Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur geschlechtsangleichenden Chirurgie
Hier findest du Antworten auf die Fragen, die uns in der Praxisklinik am Rosengarten am häufigsten gestellt werden. Sortiert nach Behandlungen und Themen.
Mastektomie
(Top Surgery FtM)
Das sind kleine Hautüberschüsse an den äußeren Enden der Narbe unter den Achseln. Wir nutzen spezielle Techniken, um sie zu vermeiden. Sollten sie dennoch auftreten, können wir sie später in einem kleinen Eingriff (in örtlicher Betäubung) korrigieren.
- Woche 1–2: Ruhe.
- Woche 4–6: Leichte Belastung, aber keine Arme über den Kopf.
- Nach 6–8 Wochen: Start mit Fitness/Joggen.
- Brustmuskeltraining: Erst nach voller Abheilung, um die Narben nicht zu dehnen.
Viele Patienten sind überrascht, dass die Schmerzen oft geringer sind als erwartet (ähnlich wie starker Muskelkater). Du bekommst natürlich Schmerzmittel. Als störender wird oft das Tragen der Kompressionsweste und das Schlafen auf dem Rücken empfunden.
Jede OP hinterlässt Spuren. Bei der Double Incision legen wir die Schnitte möglichst in den Schatten des Brustmuskels, sodass sie später wie eine natürliche Kontur wirken. Die Narbenreifung dauert bis zu einem Jahr – mit guter Pflege (Silikonpflaster, Massage) verblassen sie meist sehr gut.
Das hängt stark von der Methode ab.
Bei der kleinen Schnittführung (Semicircular/Periareolär) bleibt der Stiel zur Brustwarze erhalten, weshalb die Sensibilität oft sehr gut bleibt.
Bei der großen Schnittführung (Double Incision) mit freier Warzentransplantation werden die Nerven durchtrennt. Das erogene Gefühl geht meist verloren, aber ein grobes Tastempfinden kehrt oft nach einigen Monaten zurück.
Nein, das ist keine medizinische Voraussetzung. Wir operieren auch Patienten, die keine Hormontherapie machen möchten oder sich als non-binär identifizieren. Falls du Testosteron nimmst, ist das aber oft ein Vorteil: Die Brustmuskulatur entwickelt sich stärker, was uns hilft, die Schnittführung exakt an der natürlichen Muskelkontur auszurichten.
Body Contouring & Liposuktion
Beim Body Contouring zur Feminisierung geht es uns weniger um einen extrem großen Po, sondern um die Verbreiterung der Hüften und das Auffüllen der seitlichen Dellen (Hip Dips), um eine harmonische, weibliche Sanduhr-Figur zu erzeuge
Einmal abgesaugte Fettzellen wachsen an dieser Stelle nicht nach. Das Ergebnis ist dauerhaft, solange du dein Gewicht stabil hältst.
In der Regel nein, da es als ästhetischer Eingriff gilt (egal ob Maskulinisierung oder Feminisierung). Wir bieten dies meist als Selbstzahler-Leistung an, die wir kosteneffizient mit der Haupt-OP kombinieren können.
Für das Lipofilling (Fetttransfer zu Hüfte/Po zur Feminisierung) brauchen wir Fettreserven. Bei sehr schlanken Patientinnen ist das schwierig. Wir fokussieren uns dann auf die Definition der Taille oder besprechen Alternativen (z.B. Implantate, wobei wir Eigenfett bevorzugen).
Testosteron hilft bei der Fettumverteilung, aber das knöcherne Becken und hartnäckige Fettdepots an den Flanken bleiben oft bestehen. Body Contouring ist der effektivste Weg, diese genetischen Speicher dauerhaft zu entfernen und den Rumpf zu begradigen (V-Shape).
Kosten, Antrag & Organisation
Das hängt vom Aufwand und der Methode ab. Wir erstellen dir nach dem Beratungsgespräch ein verbindliches Komplettangebot, damit du Planungssicherheit hast.
Die "Big 5":
- Indikationsschreiben & Verlaufsbericht (Therapeut)
- Gynäkologischer/Urologischer Ausschlussbefund (Intersexualität ausgeschlossen)
- Endokrinologischer Befund (Hormone, falls zutreffend)
- Trans-Lebenslauf (persönlich geschrieben)
- Unser chirurgisches Attest
Ja. Du erhältst von uns ein ausführliches chirurgisches Aufklärungsschreiben (Arztbrief), das genau begründet, warum die OP medizinisch notwendig ist. Wir wissen, auf welche Formulierungen der MDK achtet.
Da wir als Praxisklinik flexibler sind als große Krankenhäuser, sind die Wartezeiten oft kürzer. Sobald die Kostenzusage da ist (oder die Finanzierung geklärt), finden wir meist zeitnah einen Termin.
Brustaufbau (MtF)
Das sind kleine Hautüberschüsse an den äußeren Enden der Narbe unter den Achseln. Wir nutzen spezielle Techniken, um sie zu vermeiden. Sollten sie dennoch auftreten, können wir sie später in einem kleinen Eingriff (in örtlicher Betäubung) korrigieren.
Ja. Wir platzieren die Implantate meist unter dem Brustmuskel. Das sorgt für einen weichen Übergang und ein natürliches Tastgefühl, auch wenn wenig eigenes Drüsengewebe vorhanden ist.
Da die Haut am männlichen Brustkorb oft straffer ist, ist das Volumen im ersten Schritt manchmal begrenzt ("gesundes C-Körbchen"). Zu viel Spannung kann die Wundheilung stören. Manchmal ist ein zweiter Eingriff nötig, wenn man sehr große Brüste wünscht.
Das besprechen wir individuell mit deinem Endokrinologen. Da Östrogene das Thromboserisiko leicht erhöhen können, empfehlen wir oft eine kurze Pause oder Reduktion rund um den OP-Termin.
Nur in Ausnahmefällen. Die Kassen zahlen meist nur, wenn trotz Hormontherapie (über 2 Jahre) so gut wie kein Brustwachstum (unter A-Körbchen) stattgefunden hat oder starke Asymmetrien vorliegen. Wir beraten dich, ob ein Antrag Aussicht auf Erfolg hat.
Das ist die Herausforderung bei Trans-Frauen, da die Brustwarzen oft weiter außen liegen. Wir nutzen oft eine Hybrid-Technik (Implantat + Eigenfett). Mit dem Eigenfett polstern wir das Dekolleté in der Mitte auf, sodass die Brüste optisch näher zusammenrücken und der Übergang weicher wirkt.
Non-Binary & Individuelle Lösungen
Das ist okay. Bring Bilder mit! Fotos von Wunschergebnissen helfen uns mehr als Begriffe. Wir schauen gemeinsam, was machbar ist – ob komplett flach, "Nipple-less" (ohne Brustwarzen) oder nur eine Reduktion.
Nein. Viele nicht-binäre Menschen verzichten auf Hormone. Chirurgisch ist das für die Mastektomie oder Reduktion kein Problem.
Das System ist oft noch sehr binär (Diagnose "Transsexualismus"). Viele Patient*innen nutzen diese Diagnose formal für den Antrag, auch wenn sie sich als nicht-binär identifizieren. Wir formulieren unsere Arztbriefe so, dass sie den Kassen-Anforderungen entsprechen, aber deine individuellen Wünsche (z.B. radikale Reduktion) berücksichtigen.
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