Brustvergrößerung MzF
Was Du wissen solltest!
Einleitung – Geschlechtsangleichende Brustvergrößerung
Je nach individueller Anatomie, ästhetischem Wunsch und medizinischen Voraussetzungen können Patient*innen aus unterschiedlichen Implantattypen, Platzierungsformen und individualisierenden Faktoren wählen. Die Brustvergrößerung wird dabei auch unter folgenden Bezeichnungen geführt: Brustimplantat-Operation, Brustvergrößerung mit Eigenfett, MTF-Top-Surgery oder Chest Feminization Surgery (Brustfeminisierung).
Dieser Leitfaden gibt einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Methoden der Brustvergrößerung, die Vorbereitung auf die Operation, den Heilungsverlauf sowie darüber, wie Sie ein chirurgisches Team finden, das auf die Bedürfnisse genderdiverser Patient*innen spezialisiert ist.
Dabei ist wichtig zu wissen:
Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen der Brustvergrößerung bei transgeschlechtlichen und cisgeschlechtlichen Frauen. Entscheidend für ein ästhetisch harmonisches, sicheres und langfristig stabiles Ergebnis ist die Behandlung durch fachärztlich qualifizierte, erfahrene Plastische Chirurg*innen, mit einem fundierten Verständnis für die anatomischen Besonderheiten genderdiverser Körper. Diese Expertise kann maßgeblich zu besseren funktionellen, ästhetischen und nachhaltigen Ergebnissen beitragen.
Was bedeutet Brustvergrößerung?
Die Brustvergrößerung ist ein chirurgischer Eingriff zur Vergrößerung oder Formgebung der Brust. Sie kann durch Implantate (z. B. Silikon oder Kochsalzlösung) oder durch Fetttransplantation (Liposuktion & Lipofilling) erfolgen. Letztere Methode wird oft nur ergänzend eingesetzt, da sie bei großem Volumenwunsch und enger Haut weniger vorhersehbare Ergebnisse liefert. In Kombination mit Implantaten lassen sich durch Eigenfett jedoch oft besonders harmonische Ergebnisse erzielen. Silikonimplantate sind derzeit am weitesten verbreitet, da sie weichere, natürlicher wirkende Ergebnisse bieten und besonders bei wenig eigenem bis gar keinem vorhandenem Brustgewebe Vorteile haben.
Es ist wichtig zu beachten, dass transgeschlechtliche und nicht-binäre Patient*innen in der Regel andere anatomische und ästhetische Anforderungen haben als cisgeschlechtliche Frauen, die eine Brustvergrößerung durchführen lassen. Insbesondere können bei trans- und nicht-binären Patient*innen abweichende Implantatplatzierungen sowie breitere Brustimplantate erforderlich sein, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Der Grund hierfür liegt in anatomischen Unterschieden, wie zum Beispiel dem größeren Abstand zwischen den Brustwarzen sowie der oft breiteren Brustkorbform. Aus diesem Grund empfehlen wir ausdrücklich, sich an fachärztlich qualifizierte Plastische Chirurg*innen zu wenden, die spezialisiert auf die Behandlung transgeschlechtlicher Patient*innen sind und über entsprechende Erfahrung in der geschlechtsangleichenden Brustchirurgie verfügen.
Was ist eine gender-affirming Brustvergrößerung?
Eine gender-affirming Brustvergrößerung (auch MTF Top Surgery oder Brustaugmentation bei Transgender-Personen) ist ein geschlechtsangleichender Eingriff. Er hilft dabei, das Brustvolumen zu erhöhen und eine femininer wirkende Brustform zu schaffen, die mit der eigenen Geschlechtsidentität übereinstimmt.
Dieser Eingriff kann für viele Trans-Frauen und transfeminine bzw. nicht-binäre Personen ein bedeutender Schritt sein – sowohl körperlich als auch emotional. Die Operation kann das Selbstbewusstsein steigern und dysphorische Erfahrungen im Brustbereich reduzieren. Nachfolgend erfährst du mehr über die besonderen chirurgischen und medizinischen Aspekte, die wir bei der Behandlung von transgeschlechtlichen Patient*innen berücksichtigen. Wenn du dich für eine Operation interessierst, kannst du gerne eine persönliche oder auch virtuelle Beratung mit uns vereinbaren.
Optionen zur Brustvergrößerung:
Mann zu Frau
Eigenfett vs. Implantate
Bei der Entscheidung für eine Brustaugmentation wählen Patient*innen in der Regel zwischen Brustimplantaten, Eigenfetttransfer (Fat Grafting / Lipofilling) oder einer Kombination aus beiden Methoden. Jede dieser Optionen bietet unterschiedliche Vorteile und Einschränkungen, abhängig von der individuellen Anatomie und den ästhetischen Zielvorstellungen.
- Beim Eigenfetttransfer wird mithilfe einer Fettabsaugung (Liposuktion) Fettgewebe aus einer anderen Körperregion – beispielsweise aus den Oberschenkeln oder dem Bauch – entnommen und anschließend in den Brustbereich eingebracht. Diese Methode wird insgesamt seltener eingesetzt, da die Volumenstabilität begrenzt ist. Dies gilt insbesondere für Patient*innen mit straffer Haut oder wenig bis gar nicht vorhandenem Brustgewebe.
- Die Übertragung von eigenem Fettgewebe kann also durch das Ausbilden weicherer Übergänge und zusätzlichen Volumenzuwachs zum Enhancement des Dekolletés genutzt werden, erzielt aber allein meist keine große Volumenvergrößerung.
Brustimplantate - Implantatarten
Silikonimplantate: Diese werden weltweit am häufigsten verwendet und gehen mit einem weicheren, natürlicheren Gefühl einher, vor allem, wenn wenig bis gar kein eigenes Brustgewebe vorhanden ist.
Kochsalzimplantate: Werden erst nach dem Einsetzen mit steriler Kochsalzlösung gefüllt, ermöglichen daher eine kleinere Schnittführung, werden aber aufgrund vieler Nachteile (unnatürlicheres Gefühl, Faltenbildung, schlechtere ästhetische Ergebnisse etc.) kaum noch benutzt.
Implantatform & -größe
- Runde Implantate erzeugen in der Regel mehr Fülle im oberen Brustbereich.
- Tropfenförmige Implantate können natürlicher erscheinen, allerdings besteht ein höheres Risiko der Rotation nach der OP.
- Studien haben gezeigt, dass unabhängig davon, ob ein Implantat rund oder tropfenförmig ist, das endgültige ästhetische Ergebnis in der Regel sehr ähnlich ausfällt. Aus diesem Grund arbeiten unsere Chirurg*innen überwiegend mit runden Brustimplantaten, da sie zuverlässig vorhersehbare und langfristig harmonische Ergebnisse ermöglichen.
- Größen werden typischerweise in cc (Kubikzentimeter) angegeben und rangieren häufig zwischen 200 cc–500 cc. Die letztlich ausgewählte Implantatgröße hängt zu einem erheblichen Teil von der jeweils einzigartigen Anatomie und den physischen Voraussetzungen (z. B. Hautmantel, Breite und Höhe des Brustkorbes) unserer jeweiligen Patient*innen ab.
Implantatoberfläche (Textur)
Grundsätzlich unterscheidet man bei Brustimplantaten zwischen glatten und makrotexturierten Oberflächen. Glatte Implantate zeichnen sich durch ein weiches Tastgefühl aus, können jedoch mit einem erhöhten Risiko für Implantatverschiebungen, Faltenbildung und Kapselfibrosen einhergehen. Makrotexturierte Implantate bieten zwar eine sehr stabile Lage, stehen jedoch aufgrund ihres ungünstigeren Sicherheitsprofils und der Assoziation mit seltenen, implantatassoziierten Erkrankungen (BIA-ALCL) zunehmend in der Kritik.
Vor diesem Hintergrund haben sich in den letzten Jahren mikrotexturierte Implantate als moderner Standard etabliert. Sie vereinen eine gute Positionsstabilität mit einem reduzierten Risiko für Kapselfibrosen und weisen zugleich ein deutlich verbessertes Sicherheitsprofil im Vergleich zu stark texturierten Implantaten auf. Aus diesen Gründen verwenden wir in unserer Praxis konsequent mikrotexturierte Brustimplantate.
Platzierung der Implantate
- Unter dem Brustmuskel (submuskulär): Häufig empfohlen bei wenig vorhandenem Brustgewebe und wenig Weichteilbedeckung.
- Über dem Muskel (subglandulär = unter der Drüse): Kürzere Erholungszeit, aber möglicherweise sichtbarere Implantatkanten bei geringerer Gewebsbedeckung. Oft gute Indikation für Kombination mit Eigenfett.
Schnittführung und Narben
Das Narbenbild nach einer Brustvergrößerung wird maßgeblich durch die Lage des Hautschnitts bestimmt, über den das Brustimplantat eingesetzt wird. Die wichtigsten Anliegen der Patient*innen sind dabei in der Regel, die Sichtbarkeit von Narben möglichst gering zu halten und gleichzeitig eine präzise und sichere Implantatplatzierung zu ermöglichen.
Aus diesen Gründen führen wir die Brustvergrößerung am häufigsten über einen Schnitt in der Unterbrustfalte (Inframammärfalte) durch. Diese Schnittführung ermöglicht eine optimale Kontrolle bei der Implantatplatzierung und verdeckt die Narbe in der natürlichen Falte an der Unterseite der Brust. Mit einer konsequenten Nachsorge und entsprechender Narbenpflege lässt sich die Narbenauffälligkeit häufig deutlich reduzieren.
Alternativ besteht die Möglichkeit eines Schnitts am Rand des Brustwarzenhofs (periareolär) oder über die Achselhöhle (transaxillär). Die meisten transgeschlechtlichen Patient*innen verfügen jedoch nicht über ausreichend große Brustwarzenhöfe, um darüber sicher ein Silikonimplantat einzubringen.
Obwohl die Narbe bei der transaxillären Technik verborgen liegt, ist diese Methode mit höheren Risiken verbunden, darunter Kapselkontrakturen, Blutungen sowie Probleme bei der Implantatpositionierung.
Häufige Fragen zur Brustvergrößerung MzF - Background
Gerne beantworten wir hier deine Fragen zur Behandlung.
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