Haarlinienverlagerung (Frontoplastik)
Weiche Gesichtszüge durch femininen Haaransatz
Bei vielen Transfrauen – aber auch bei Cis-Frauen mit genetisch hohem Haaransatz – ist nicht nur die knöcherne Stirnkontur maskulin geprägt, sondern auch die vertikale Höhe der Stirn. Eine hohe Stirn lässt das obere Gesichtsdrittel dominant erscheinen und verstärkt häufig den maskulinen Gesamteindruck.
Die Haaransatzsenkung (Stirnverkleinerung / Frontoplastik) dient dazu, den Haaransatz chirurgisch nach vorne zu verlagern und dadurch die Gesichtsproportionen harmonisch auszugleichen.
Ästhetischer Hintergrund: Warum ist der Haaransatz so entscheidend?
Das Gesicht wird klassisch in drei Drittel unterteilt:
- Haaransatz bis Augenbrauen
- Augenbrauen bis Nasenbasis
- Nasenbasis bis Kinn
Ist das obere Drittel deutlich verlängert, wirkt das Gesicht häufig:
- härter
- länger
- weniger feminin
Durch eine kontrollierte Verkürzung des Stirnsegments entsteht:
- ein weicherer Gesamtausdruck
- eine verbesserte Augenrahmung
- eine stärkere Feminisierung des oberen Gesichtsdrittels
Gerade in Kombination mit einer knöchernen Stirnreduktion kann die Haaransatzsenkung den Unterschied zwischen „operiert“ und „harmonisch feminisiert“ ausmachen.
Operative Technik: Haarlinienverlagerung
Der Eingriff erfolgt in der Regel über einen prätrichialen Schnitt direkt am Haaransatz.
Dabei wird:
- ein feiner, unregelmäßig verlaufender Hautschnitt gesetzt
- die Stirnhaut mobilisiert
- die behaarte Kopfhaut vorsichtig nach vorne verlagert
- überschüssige Stirnhaut entfernt
- der Haaransatz dauerhaft fixiert
Der Schnitt wird so geplant, dass Haare später durch die Narbe wachsen können, wodurch sie langfristig kaum sichtbar ist.
Wie stark kann der Haaransatz gesenkt werden?
Je nach individueller Elastizität der Kopfhaut sind meist 1,5 bis 3 cm realistisch möglich.
Entscheidend sind:
- Kopfhautbeweglichkeit
- Haardichte
- genetische Haarlinienform
- langfristige Stabilität (keine progressive androgenetische Alopezie)
-
Vorteil:
Wir können die Brust komplett neu formen und die Position der Brustwarzen exakt bestimmen.
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Nachteil:Es verbleiben sichtbare Narben, die jedoch mit der Zeit verblassen und oft im Bereich der Brustmuskel-Schatten liegen.
Kombination mit Stirnfeminisierung
In der geschlechtsangleichenden Gesichtschirurgie wird die Haaransatzsenkung häufig kombiniert mit:
- knöcherner Stirnkonturierung
- Supraorbitalreduktion
- Brauenanhebung
Der Vorteil der Kombination:
- nur eine Narbe
- einheitliche Heilungsphase
- harmonisches Gesamtergebnis
Alternative: Haartransplantation
Bei Patientinnen mit:
- eingeschränkter Kopfhautbeweglichkeit
- bestehender androgenetischer Alopezie
- Wunsch nach zusätzlicher Rundung der Haarlinie
kann eine ergänzende oder alternative Haartransplantation sinnvoll sein.
Diese eignet sich insbesondere zur:
- Feminisierung der temporalen Bereiche
- Abrundung der Ecken
- Verdichtung bei feinem Haar
Heilungsverlauf, Sicherheit & Aufklärung
- Schwellung: 1–2 Wochen
- Fäden: nach ca. 10–14 Tagen
- anfängliche Sensibilitätsminderung möglich
- Narbenreifung: mehrere Monate
Die meisten Patientinnen sind nach etwa 2–3 Wochen wieder gesellschaftsfähig.
Mögliche Risiken umfassen:
- vorübergehende Taubheit im Stirnbereich
- Narbenverbreiterung (selten)
- Haarverlust entlang der Naht (meist vorübergehend)
Eine sorgfältige präoperative Analyse der Haarlinie sowie die Beurteilung eines möglichen zukünftigen Haarverlustes sind essenziell, um ein dauerhaft stabiles Ergebnis zu gewährleisten.
Für wen ist die Haaransatzsenkung geeignet?
- Transfrauen mit hoher Stirn
- Patientinnen mit disproportional langem oberen Gesichtsdrittel
- Cis-Frauen mit genetisch hoher Haarlinie
Voraussetzungen:
- stabile Haarstruktur
- ausreichende Kopfhautbeweglichkeit
- realistische Erwartungshaltung
Die Haaransatzkorrektur ist kein rein kosmetisches Detail – sie beeinflusst maßgeblich die Geschlechtswahrnehmung im Gesicht. Richtig geplant, schafft sie subtile, aber tiefgreifende Veränderungen in der Gesamtästhetik und unterstützt die Identitätskongruenz nachhaltig.
Häufige Fragen zur Haarlinienverlagerung
Gerne beantworten wir hier deine Fragen zur Behandlung.
Das sind kleine Hautüberschüsse an den äußeren Enden der Narbe unter den Achseln. Wir nutzen spezielle Techniken, um sie zu vermeiden. Sollten sie dennoch auftreten, können wir sie später in einem kleinen Eingriff (in örtlicher Betäubung) korrigieren.
- Woche 1–2: Ruhe.
- Woche 4–6: Leichte Belastung, aber keine Arme über den Kopf.
- Nach 6–8 Wochen: Start mit Fitness/Joggen.
- Brustmuskeltraining: Erst nach voller Abheilung, um die Narben nicht zu dehnen.
Viele Patienten sind überrascht, dass die Schmerzen oft geringer sind als erwartet (ähnlich wie starker Muskelkater). Du bekommst natürlich Schmerzmittel. Als störender wird oft das Tragen der Kompressionsweste und das Schlafen auf dem Rücken empfunden.
Jede OP hinterlässt Spuren. Bei der Double Incision legen wir die Schnitte möglichst in den Schatten des Brustmuskels, sodass sie später wie eine natürliche Kontur wirken. Die Narbenreifung dauert bis zu einem Jahr – mit guter Pflege (Silikonpflaster, Massage) verblassen sie meist sehr gut.
Das hängt stark von der Methode ab.
Bei der kleinen Schnittführung (Semicircular/Periareolär) bleibt der Stiel zur Brustwarze erhalten, weshalb die Sensibilität oft sehr gut bleibt.
Bei der großen Schnittführung (Double Incision) mit freier Warzentransplantation werden die Nerven durchtrennt. Das erogene Gefühl geht meist verloren, aber ein grobes Tastempfinden kehrt oft nach einigen Monaten zurück.
Nein, das ist keine medizinische Voraussetzung. Wir operieren auch Patienten, die keine Hormontherapie machen möchten oder sich als non-binär identifizieren. Falls du Testosteron nimmst, ist das aber oft ein Vorteil: Die Brustmuskulatur entwickelt sich stärker, was uns hilft, die Schnittführung exakt an der natürlichen Muskelkontur auszurichten.
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Ganz ohne zwang, ganz unverbindlich und vor allem auf Augenhöhe und ohne Vorurteile!